Factoring

Factoring bringt frisches Kapital in Gießereien

„Seit der Sommerpause versinken die wirtschaftlichen Ausblicke in einer Nebelwand, die längerfristiges Vorausschauen rein spekulativ werden lässt“, konstatiert der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Gießerei-Industrie, Max Schumacher. Zwar kommen Gießereiprodukte in vielen Kernbranchen der deutschen Industrie zum Einsatz, wie Maschinenbau, Fahrzeugbau, Elektroindustrie oder Medizintechnik – aber das Gesamtgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute und der Perspektivbericht des Sachverständigenrates zeichneten ein sehr gedämpftes Bild. Deshalb fordert Schumacher: „In dieser wirtschaftlich äußerst unsicheren Situation muss die Bundesregierung aktiv daran erinnert werden, dass die Industrie als ein Herzstück der deutschen Wirtschaft weder mit immer weiter steigenden Energiekosten noch mit überzogenen Anforderungen aus der Umsetzung europäischer Vorgaben belastet werden darf.“ In der aktuellen Wirtschaftslage droht jedoch eine weitere Gefahr für die deutschen Gießereien, wie Matthias Bommer, Geschäftsführer der Elbe-Factoring GmbH, feststellt: „Der Aufschwung der beiden vergangenen Jahre hat in vielen Betrieben Eigenkapital aufgezehrt, so dass jetzt die Liquidität für Investitionen und weiteres Wachstum fehlt.“ Alternative Finanzierungen wie Factoring können nach Bommers Einschätzung den klassischen Kontokorrentkredit perfekt ergänzen und den finanziellen Spielraum erhöhen. Beim Factoring verkauft der Unternehmer fortlaufend seine Forderungen und sichert so dauerhaft Liquidität. Zudem sind die Rechnungen gegen Ausfall versichert und der Factor übernimmt das Debitorenmanagement.

Praxisbeispiel: Factoring zur Liquiditätssicherung für Gießereien

Wie Gießereien ihre Liquidität dauerhaft und nachhaltig sichern und gleichzeitig zusätzliches Geld für Investitionen erhalten können, zeigt das folgende Praxisbeispiel: Vor zwei Jahren übernahm der Prokurist Andreas Meisner die Unternehmensanteile seines früheren Arbeitsgebers, der Gießerei Lanzette (alle Namen von der Redaktion geändert), die seinerzeit einen Jahresumsatz von rund 4 Millionen Euro erwirtschaftete. Sein ehemaliger Chef hatte das operative Geschäft stark vernachlässigt. „Dank unserer Spezialisierung auf qualitativ hochwertige Gussteile für verschiedene Branchen und Kunden sah die Auftragslage gut aus“, berichtet Meisner. „Einigen langjährigen Kunden hatten wir jedoch so lange Zahlungsziele eingeräumt, dass wir erhebliche Außenstände hatten aufgrund der langen Zeit zwischen der Rechnungsstellung und dem Zahlungseingang.“ Deshalb sah Andreas Meisner seine dringlichste Aufgabe nach dem Neustart in der Erweiterung des finanziellen Spielraums seines Unternehmens. „Bei der Bank hatten wir bereits die gesamte Kreditlinie ausgeschöpft, um einige größere Aufträge vorzufinanzieren. Erweitern ließ sich die Linie nicht mehr.“ Wegen der fehlenden liquiden Mittel konnte die Gießerei auf der Einkaufsseite kein Skonto realisieren und musste sogar ihren Kunden Skonto gewähren, um die Forderungen schneller beglichen zu bekommen. „Mit dieser Konstellation entstanden uns sehr hohe Kosten sowohl auf der Einkaufs- wie auch auf der Absatzseite“, erzählt der Geschäftsführer.

Gespräche mit Lieferanten und Kunden als Basis für Factoring

Auf der Suche nach Auswegen aus dieser Misere erhielt Meisner von seinem Steuerberater die Empfehlung, Factoring als zusätzlichen Finanzierungsbaustein zu nutzen. Die aktuelle Offenen-Posten-Liste erleichterte die Entscheidung bei der Auswahl von geeigneten Debitoren für das Factoring. „Mit 19 unserer Kunden machten wir rund 85 Prozent des Gesamtumsatzes – zudem eigneten sie sich fürs Factoring“, erinnert sich Meisner. Im nächsten Schritt sprach der Geschäftsführer seine Lieferanten auf Skonto bei Zahlung innerhalb von zehn Tagen an. Bis auf einen waren alle Lieferanten dazu bereit. Genauso offen wie die Lieferanten waren die Kunden: Ein längeres Zahlungsziel von bis zu 60 Tagen war den Kunden wichtiger als die Realisierung von gewährtem Skonto.

Nach diesem positiven Feedback waren sich der Unternehmer und sein Steuerberater sicher, mit Factoring das richtige Finanzierungsinstrument für die Gießerei gefunden zu haben. Nach Abschluss des Vertrages mit der Elbe-Factoring GmbH begann Meisner umgehend mit den Vorbereitungen. Innerhalb von drei Wochen hatte er die erste Bevorschussung auf die aktuellen Forderungen auf seinem Konto gutgeschrieben und verfügte damit über einen sofortigen Liquiditätsschub. „Wir konnten bereits im ersten Monat Verbindlichkeiten ablösen und unsere Außenstände um rund 90 Prozent reduzieren“, freut sich Meisner. Gleich nach der Unterschrift unter den Factoringvertrag stellte Meisner die Buchhaltung um: Die Rechnungen gehen jetzt täglich an die Kunden. Parallel sendet die Buchhaltung eine Kopie an die Elbe- Factoring zur weiteren Bearbeitung. Innerhalb von zwei Arbeitstagen erhält die Gießerei Lanzette rund 80 Prozent der Rechnungssumme auf ihr Konto. „Von unseren Kunden wurde das Factoring gut angenommen – schließlich ändert sich für sie eigentlich nichts: Sie überweisen den Betrag lediglich an die neue, auf der Rechnung angegebene Kontoverbindung“, betont Meisner. Durch den kontinuierlichen Forderungsverkauf konnte die Gießerei ihre Eigenkapitalquote deutlich verbessern, was ihr bei der Hausbank ein besseres Rating verschaffte und den Inhaber strahlen lässt: „Meine Kontokorrentlinie könnte ich heutzutage sogar erhöhen, wenn es nötig wäre.“

Einen guten Überblick über die zeitgemäße Finanzierung durch Factoring bietet ein Fachbuch, das bei der Elbe-Factoring online bestellt werden kann. Konkrete Fragen beantworten die Berater der Elbe-Factoring unter der Telefonnummer 0351 / 896 933 10 oder beim einem unverbindlichen Besuch im Unternehmen.