Freiberufler

Einen angemessenen Stundensatz als Dienstleister kalkulieren

Stundensatz kalkulieren

Egal ob IT-Freelancer, Journalist, Fotograf, Dolmetscher, Pflegekraft, Berater oder Grafiker. Viele Freiberufler und Selbstständige verkaufen sich unter dem Wert. Manche Freelancer arbeiten mit einem so niedrigen Stundensatz, dass sie nicht einmal ihre laufenden Kosten decken oder aber Rücklagen bilden können.

Um realistische Stundensätze zu kalkulieren, damit man auf der einen Seite ein entsprechendes Einkommen aufweist und auf der anderen Seite gegen die Konkurrenz bestehen kann, müssen einige Faktoren beachtet werden. Jeder Freiberufler sollte sich selber ein angemessenes Gehalt, nachdem er seinen Stundensatz kalkuliert, festlegen und jenes sollte sich an dem Niveau des Durchschnittsverdienstes eines Angestellten in Deutschland orientieren.

Was kostet eine Dienstleistungsstunde als Freiberufler?

Die Grundregel besagt, dass die Einnahmen höher als die Kosten sein müssen. Viele Freiberufler berechnen ihre Kalkulation jedoch nicht richtig, da sie Kostenbestandteile auslassen. Es reicht definitiv nicht aus, das durchschnittliche Monatseinkommen eines Angestellten einfach durch die Anzahl der monatlichen Arbeitsstunden zu dividieren, um den Stundensatz der Dienstleistung zu berechnen.

Die Kosten für die Sozialversicherung nicht vergessen!

Die Arbeitgeber von Angestellten zahlen zum Bruttogehalt immer noch den Arbeitgeberanteil für die Krankenversicherung, Unfallversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung dazu. Das müssen Freiberufler beachten, dass sie die Kosten für Sozialversicherung mit ca. 20 Prozent selber tragen.

Welche Kosten müssen noch einkalkuliert werden?

Im Gegensatz zum Angestellten müssen sich Freiberufler um alles kümmern wie z.B. die Büro- und Geschäftsausstattung, Hardware (Computer etc.), Software (Lizenzen), Strom, Miete, Telefonkosten, Versicherungen und vieles mehr. Diese Kosten müssen ebenfalls natürlich auch in der Kalkulation mit berücksichtigt werden.

Berechnung einer realistischen Auslastung

Kein Selbstständiger arbeitet 365 Tage, da Wochenenden und Feiertage in der Kalkulation nicht mit zu vergessen sind. Diese werden zwar von einigen Freiberuflern auch gerne genutzt, um liegen gebliebene Arbeit noch abzuarbeiten. Auch die Akquise neuer Projekte braucht Zeit, durch Reise- und Vorbereitungstätigkeiten. Zudem braucht auch jeder Selbstständige etwas Urlaub und wird auch evtl. mal krank. Wenn Weiterbildungsmaßnahmen wahrgenommen werden, müssen diese auch mit einbezogen werden, deshalb sollten sich diese „Leerzeiten“ in der Berechnung sich auch wiederfinden.

Zunächst wird die Anzahl der Stunden eines Durchschnittsmonates ermittelt. Von den 365 Kalendertagen eines Jahres müssen alle Tage abgezogen werden in dem der Freiberufler nicht arbeitet:

  • Wochenenden: 104 Tage
  • Feiertage: ca. 10 Tage
  • Urlaub: ca. 25 Tage
  • Krankenstand: 5 Tage
  • Weiterbildung: 5 Tage

Wenn alle diese Positionen abgezogen sind, bleiben pro Jahr noch 216 Arbeitstage übrig und das bedeutet wiederum, dass es pro Monat dann 18 reguläre Arbeitstage gibt.

Hier muss aber noch berücksichtigt werden, dass es für einen Selbstständigen und Freelancer nicht möglich ist, 100% der Arbeitszeit komplett abzurechnen. So zählen Buchhaltung, Marketing, Vertrieb, Büroorganisation und viele weiter weitere Aspekte mit rein. Bei einer Auslastung von 60% bleiben so 10,8 Tage pro Monat die auf die Kalkulation des Stundensatzes Einfluss nehmen.

Wenn wir dann von einem Wunschgehalt von 2.500 Euro aus gehen, wird dieser Betrag durch die 10,8 Arbeitstage geteilt, dass macht dann 231,48 Euro pro Arbeitstag und bei einem Achtstundentag aufgerundet: 29,00 Euro.

So kalkulieren Sie mit Gewinn!

Es sollte noch eine Gewinnmarge von 10 bis 20 Prozent auf den Stundensatz kalkuliert werden. Dieser Gewinn dient dazu, Rücklagen zu bilden und mögliche Durststrecken zu überwinden.

Die gesamte Beispielrechnung haben wir in einer Infografik festgehalten:

Update: Rechnung48 hat jetzt für alle Freiberufler, Selbstständige und Freelancer ein Whitepaper zum Thema Stundensatzkalkulation mit einer detaillierten Beispielrechnung erstellt: http://elbe-factoring.de/blog/vorlagen/whitepaper-stundensatzkalkulation-6117823.html

So kalkulierst du deinen Stundensatz