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Freiberufler

Unglaublich: Wie ein Freiberufler 4 Monate ohne Daumen überstand

Max Wallner ist freiberuflicher Webentwickler und arbeitet seit einigen Jahren für kleine und mittelständische Unternehmen. Er hat gute Stundensätze und intensive Arbeitswochen. Im Rechnung48-Blog erzählt er, wie er fast seine Existenz verlor.

Im vergangenen Jahr machte ich mit Freunden einen Ausflug in die Berge. Den ganzen Tag wanderten wir. Das Wetter war sonnig und wir genossen die tolle Aussicht. Eine Bekannte hatte ihre Kinder mitgenommen. Auch sie genossen den Ausflug. Sie fragte mich, warum meine Freundin Katja nicht dabei sei. Sie war zu Hause geblieben, um sich auf ihre anstehende Klausur vorzubereiten. Am Mittag machten wir alle Rast. Ein Picknick auf einem Fels entlohnte uns für die Anstrengungen. Auf der Rückfahrt schwärmten alle von der Tour. Ein erlebnisreicher Tag ging zu Ende.

Wieder zu Hause angekommen packte ich meinen Rucksack aus. Die Schuhe waren schlammig vom Waldboden. Ich stellte sie in die Badewanne und duschte sie ab. Dabei fiel mir auf, dass der Duschvorhang schief hing. Ich kletterte auf die Badewanne und wollte das Gestänge richten. Plötzlich rutschte ich ab. Ich versuchte noch, Halt an unserem kleinen geöffneten Kippfenster zu bekommen. Dabei verkantete sich mein Daumen im Fenster und ich stürzte zu Boden. Es krachte laut. Zuerst dachte ich, mein Daumen sei abgerissen. Von einigen Sehnen und Hautfetzen umgeben hing er an meiner Hand herunter.

Ich schrie nach Katja. Sie war völlig perplex. Das Blut schoss aus der Wunde. Ich hatte noch nie zuvor so eine Verletzung gesehen. Bald fiel ich in Ohnmacht, denn ich hatte viel Blut verloren.

Katja rief den Krankenwagen. Zum Glück schaltete sie gleich und kühlte meinen Daumen. Damit hielt sie ihn am Leben. Ich bin ihr bis heute dankbar dafür. Im Krankenhaus sagte man mir später, ich hätte meinen Daumen ansonsten vermutlich verloren.

Wie kann ich je wieder programmieren?

Mein rechter Arm war blutüberströmt. Die Sanitäter trafen ein. Dann kam ich wieder zu mir und blickte in geschockte Gesichter. Mitten im Bad lag ich auf dem Boden, ich fühlte mich heiß und kalt abwechselnd. Ich sah die offene Wunde. Mein Sichtfeld verschwamm erneut. Direkt kippte ich bei dem Anblick wieder um, denn ich konnte kein Blut sehen. Im Krankenwagen kam ich wieder zu mir und realisierte: Vielleicht verliere ich meinen Daumen.

Sofort war ich völlig durcheinander: Kann ich je wieder programmieren? Habe ich tatsächlich meinen Daumen verloren? Wie lange kann ich nicht arbeiten? Welche Folgen hat das für mein Leben? Meine Freundin begleitete mich ins Krankenhaus. Ich stand völlig unter Schock. Möglicherweise hatte ich mir mit dieser Aktion meine gesamte berufliche Zukunft und Existenz verbaut.

Die Ärzte operierten mich. Tatsächlich konnte mein Daumen in einer mehrstündigen Operation wieder angenäht werden. Noch in der Nacht wurde ein Experte für Handchirurgie ins Klinikum hinzugezogen. Ich hatte so viel Blut verloren, dass ich danach einige Tage auf der Intensivstation verbrachte.

In den kommenden Wochen war ich auf fremde Hilfe angewiesen: Essen, Trinken und zur Toilette gehen war für mich nur mit einer Hand möglich. Den Daumen konnte ich lange gar nicht bewegen. Sechs Wochen lang trug ich eine Schiene. Mit vielen Wochen Ergotherapie bekam ich langsam wieder das Gefühl in meinen Daumen zurück. Jeden Tag musste ich Bewegungsübungen machen und Medikamente nehmen. Körperlich und psychisch kam ich an meine Grenzen. Lange sagten mir die Ärzte, ich könne möglicherweise nie wieder in meinem geliebten Beruf als Programmierer arbeiten.

Freiberufler im Krankenstand

Selbständige haben keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit. Geld fließt nur, wenn gearbeitet wird. Wer zwei Wochen lang mit einer Grippe im Bett liegt, dem entgeht die Hälfte der monatlichen Einnahmen. Freiberufler sind deutlich seltener und kürzer im Krankenstand als Angestellte. Sie können es sich nicht leisten.

5 Tipps um sich bei Krankheit zu schützen

  1. Zusatzversicherung auf Krankentagegeld
  2. Sparen und im Ernstfall Ratenzahlungen vereinbaren
  3. Kunden Bescheid sagen und Alternativen vorschlagen
  4. Nicht zu früh wieder anfangen
  5. Stabilisierung seiner Finanzen mit ersten Aufträgen

Ich will nicht dran denken, wenn ich nach vier Monaten immer noch nicht hätte wieder arbeiten können. Hätte ich mich arbeitslos melden müssen? Meine Selbständigkeit aufgeben müssen? Notstand ausrufen? Ich bin froh, dass ich es nicht herausfinden musste.

Glücklicherweise kam ich mittels Zusatzversicherung und meinen Ersparnissen knapp über die Runden. Im Anschluss meines Krankenhausaufenthalts informierte ich sofort meine Kunden. Ein befreundeter Webentwickler konnte meine Projekte kurzfristig übernehmen. Meine Freundin wachte darüber, dass ich nicht zu früh wieder loslegte. Als die ersten Aufträge wieder reinkamen, war ich froh, dass ich die Factoring-Lösung Rechnung48 für die schnelle Rechnungsvorfinanzierung nutzen konnte. Damit verfügte ich nach erbrachter Leistung sofort am nächsten Tag über mein Honorar. Der Fokus liegt auf dem nächsten Auftrag und nicht auf dem Warten des Geldeingangs.

An der sozialen Absicherung von Freiberuflern und Selbstständigen muss definitiv noch einiges getan werden. Das betrifft sowohl den Staat als auch jeden Einzelnen von uns selbst.