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Factoring

Von den Babyloniern in die Neuzeit

Factoring ist bekanntermaßen der Verkauf von Rechnungen, welcher mit dem Erhalt von planbarer Liquidität einhergeht. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass diese Form der Finanzierung bereits mehrere tausend Jahre alt ist.

Erste Ansätze entstanden vor über 4.000 Jahren

Zur Zeit der Babylonier um 1895 v. Chr. wurden erste, dem heutigen Factoring ähnelnde, Ansätze entdeckt. Der „Codex von Hammurabi“, eine damalige Sammlung von Rechtssprüchen,  liefert Berichte, aus denen dies hervorgeht. Besonders reiche Bewohner sollen demnach verschiedene Waren in entlegene Kolonien finanziert haben, um das Geld später wieder einzutreiben.

Auch im antiken Rom soll es erste Anwendungen gegeben haben. Die Römer waren es schließlich auch, die den Namen für diese Art der Finanzierung gaben. Das Wort „Factoring“ stammt von dem lateinischen Wort „facere“ ab und bedeutet „machen, handeln, tun“.

England, der Vorreiter der Industrialisierung, brachte das Factoring schließlich maßgeblich voran. Grund war der rege Textilhandel mit den USA. Bereits im 14. Jahrhundert finanzierten Vertriebsleute aus Großbritannien die an amerikanische Hersteller versandten Rohstoffe vor. Englische Kaufleute erhielten so kurzzeitige Kredite.

Factoring in der Neuzeit

In den USA begannen die organisierten Factoring-Transaktionen in der Textilindustrie um 1890. Erste gesetzliche Regelungen, unter anderen zu Benachrichtigungspflichten, entstanden im September 1949. Im November 1960 gelang das moderne Factoring schließlich aus den USA zurück nach England.

Der erste deutsche Factoring-Vertrag wurde 1958 abgeschlossen. Dahinter stand die mittelrheinische Kreditbank Dr. Horbach & Co KG mit Sitz in Mainz, welche Forderungen westdeutscher Unternehmen in Höhe von mehreren Millionen Mark ankaufte.

Factoring hat die Wirtschaftsgeschichte also maßgeblich beeinflusst und den Welthandel über die Jahre immer weiter gestärkt. In der Zeit von 2003 bis 2016 wurde ein weltweiter Factoring-Umsatz von 2.376 Milliarden Euro generiert. Deutschland hat davon einen Anteil von 316,9 Milliarden Euro.