Wochentipp zum Forderungsmanagement

Was Sie über Firmeninsolvenzen wissen müssen

Jährlich stehen zahlreiche Firmen vor dem wirtschaftlichen Ruin und müssen Insolvenz anmelden. Doch nicht nur langjährig bestehende Unternehmen sind davon betroffen, auch Neugründungen schaffen den Start in die Wirtschaft nicht immer reibungslos.

Was die Gründe für eine Firmeninsolvenz sind und wie die aktuelle Lage in Deutschland aussieht, zeigen wir in unserem Wochentipp zum Forderungsmanagement.

Aktuelle Lage in Deutschland

Eine positive Nachricht vorab: Im Jahr 2017 sind Firmeninsolvenzen um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Gab es in 2016 noch 21.789 Insolvenzanmeldungen, sind 2017 nur noch 20.276 Unternehmen betroffen gewesen. Das bisherige Insolvenzhöchstjahr in 2003 mit 39.320 Firmenpleiten wurde aber längst nicht mehr erreicht.

Ingrid Riehl, Geschäftsführerin der CRIF Bürgel GmbH, einer deutschen Wirtschaftsauskunftei, sieht die Gründe für den Rückgang in der stabilen Konjunktur, günstigen Finanzierungsbedingungen und dem starken Export.

Wie kann es in 2018 weitergehen?

Für 2018 sagt die CRIF Bürgel GmbH eine Trendumkehr voraus. Da bereits jetzt eine Zunahme von finanzschwachen und damit insolvenzgefährdeten Unternehmen zu erkennen ist, ist ein Anstieg von Firmeninsolvenzen in diesem Jahr nicht unwahrscheinlich. Hinzu kommt, dass bei circa vier Millionen aktiven Unternehmen in Deutschland der aktuelle Stand der Firmeninsolvenzen kaum zu unterbieten ist. Die Prognose: Ende des Jahres wird es in Deutschland rund 20.500 Firmeninsolvenzanmeldungen geben.

Die Gründe für eine Firmeninsolvenz

Man sollte meinen, dass vor allem langjährige Fehler im Management für eine Firmeninsolvenz verantwortlich sind. Doch das ist nicht immer der Fall. Rund 50 Prozent der Insolvenzunternehmen konnten nicht länger als zehn Jahre am Markt bestehen. Auch 14,9 Prozent aller Neugründungen scheitern bereits in den ersten zwei Jahren nach der Firmengründung. Häufig ist die Geschäftsidee nicht marktfähig oder die Produkte des Unternehmens werden nicht effizient genug hergestellt. Auch Marktveränderungen oder fehlende fachliche Kompetenzen können eine Firmeninsolvenz begünstigen. Ein weiterer Grund sind unzureichende  Finanzierungsmöglichkeiten, insbesondere für Jungunternehmen.

Die aktuelle, konjunkturelle Lage kann ebenfalls ausschlaggebend für das Scheitern eines Unternehmens sein. Meist bilden jedoch ausbleibende Aufträge oder Stornierung  die Hauptgründe einer Pleite. Hinzu kommt der Dominoeffekt: Zahlungsunfähige Unternehmen ziehen weitere Firmen mit in den Ruin.

Eine fehlende Unternehmensplanung, keinerlei Controlling oder ein unzureichendes Debitorenmanagement verstärken eine drohende Insolvenzlage enorm.

Insolvenzschäden

Im Jahr 2017 haben alle Insolvenzfälle einen Gesamtschaden von 30,5 Milliarden Euro verursacht. Im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar eine Steigerung um 12,9 Prozent – obwohl die Anzahl der Insolvenzverfahren gesunken ist. Doch wie kann das sein?

Der Grund hierfür ist, dass unter den Insolvenzanmeldungen wirtschaftlich bedeutende und große Unternehmen zu finden sind. Berühmtestes Beispiel ist Air Berlin, aber auch Butlers, TEMPTON Personaldienstleistungen oder der Schneider Versand mussten Insolvenz anmelden.

Damit ergibt sich ein durchschnittlicher Forderungsausfall in Höhe von 1,5 Millionen Euro pro Insolvenzfall.

Welche Gebiete sind besonders häufig betroffen?

Die Anzahl der Insolvenzfälle ist regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. Der Bundesdurchschnitt betrug 2017 62 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

Spitzenreiter ist Berlin mit 92 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Die Hauptstadt musste damit eine erneute Steigerung von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Es folgen Nordrhein-Westfalen mit 88, Bremen mit 86 und Hamburg mit 81 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Hamburg konnte eine Senkung um 13,9 Prozent im Vergleich zu 2016 bewirken.

Die wenigsten Firmenpleiten gab es in Bayern. Dort waren es lediglich 43 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

In anderen Bundesländern gibt es einen Rückgang der Insolvenzen zu beobachten. Allen voran das Saarland, wo Firmenpleiten um 28,9 Prozent gesunken sind. Auch Mecklenburg-Vorpommern (minus 22,2 Prozent), Brandenburg (minus 17,1 Prozent) und Sachsen (minus 15 Prozent) verzeichneten in 2017 deutlich weniger Insolvenzanmeldungen als zuvor.

Firmeninsolvenzen nach Branchen

Auch hinsichtlich der Branchen können Rückschlüsse auf Firmeninsolvenzen geschlossen werden. Die Logistikbranche meldete in 2017 83 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen und auch im Baugewerbe, der Dienstleistungsbranche und dem Handel sind es nur drei weniger. Die Dienstleistungsbranche hatte mit 9.135 Fällen sogar den höchsten absoluten Anteil am Insolvenzgeschehen in Deutschland.

Die geringste Anzahl an Firmeninsolvenzen kann der Energiesektor verzeichnen. Hier sind es lediglich 20 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

Auffällig ist auch, dass insbesondere kleine Unternehmen von der Zahlungsunfähigkeit betroffen sind. Rund 81 Prozent aller insolventen Unternehmen hatten nicht mehr als fünf Mitarbeiter.

Damit Sie sich optimal vor einer Insolvenz schützen können, sind nicht nur unternehmerisches Geschick, sondern auch umfassende betriebswirtschaftliche Kenntnisse sowie Grundwissen im Bereich Debitoren- und Forderungsmanagement notwendig.

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